Abendgespräche zur Sache

Die evangelische und die katholischen Kirchengemeinden in Sülz und Klettenberg laden ein zum Gespräch rund um Fragen von Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Die christliche Glaubwürdigkeit wird in diesen Fragen immer wieder neu auf die Probe gestellt.

Jeder ist eingeladen! Das Abendgespräch zur Sache bietet die Möglichkeit, sich über grundsätzliche Fragen der Sozialethik aber auch über bewegende aktuelle Ereignisse auszutauschen, um aus dem Blickwinkel der Bibel und der christlichen Tradition Meinungen zu gewinnen.

In der Regel an jedem zweiten Sonntag im Monat um 19.30 Uhr im Tersteegenhaus. Die einzelnen Abende werden von einer Arbeitsgruppe der „Ökumenischen Initiative Eine Welt“ vorbereitet.

Weitere Informationen: Eberhard Ruppert  Tel. 43 88 14
und Heribert Sticker  heribert@sticker.name


Abendgespräche 2017

Sonntag, 19. November 2017, 19:30 Uhr im Tersteegenhaus

Marshallpläne für Afrika - Wer finanziert? Wer profitiert?

Der Wirtschaft sollen staatliche Förderungen neue Absatzmärkte in Afrika erschließen. Der Ent-wicklungsförderung und der Bekämpfung von Fluchtursachen wird das kaum helfen.
Dr. Utz Ingo Küpper


Soll es das sein? European Foods Africa, eine deutsch geführte Firma in Nairobi, erhielt aus einem Hilfsfond europäischer Entwicklungsbanken für Afrika zwei Mio.€; Geschäftskonzept ist der Import deutscher gefrorener Fastfood-Produkte (Dr. Oetker Fertigpizzen) nach Kenia.
Afrika ist ein Kontinent mit 54 Ländern und derzeit ca. 1,2 Mrd. Einwohnern. Es gibt 44 Währungen, 2000 Sprachen und extreme Ungleichheiten bei Einkommen, Bildung und staatlichen Perspektiven. Steigende Bevöl-kerungszahlen und erheblicher Auswan-derungsdruck Richtung Europa werden vorausgesagt, und bei uns wachsen Ängste, vor allem bei Menschen, die es noch nie mit Schwarz-afrikanern zu tun hatten. Unsere Führungen in Politik und Gesellschaft begeg-nen größeren Zahlen an Flüchtlingen und Migranten mit vielen Maßnahmen der Abschottung Europas, der Reduzierung von Rechten Geflüchteter und schärferen Anforderungen an Bleiberechte. Viele Gesetzesänderungen und Überwachungsmaßnahmen betreffen dabei alle Bürger unseres Landes und ihre Bürgerrechte. Im Vorfeld des G20-Gipfels wurden Hilfsinitiativen für Afrika vorgeschlagen:

  • vom Entwicklungsministerium: das Konzept eines Marshallplanes für Afrika,
  • vom Wirtschaftsministerium: (finanzielle) Unterstützung von Investitionen deutscher Unternehmen in Afrika,
  • vom Finanzministerium: ein „Compact with Afrika (CwA)“ für verstärkte Zusammenarbeit der internationalen Wirtschaft mit ausgewählten afrikanischen Ländern.

Der G20-Gipfel einigte sich auf die Weiterverfolgung des CwA, der bereits von Wirtschaftsverbänden und Konzernen wie McDonald, CocaCola befürwortet wird. Ihnen gefällt die klar neoliberale Ausrichtung (Privatisierung, Subventionierung von privaten Infrastruktur-Großprojekten, Deregulie-rungen, Verschlankung der Staatsbehörden).
Viele Hilfsorganisationen (NGOs wie Brot für die Welt, Misereor, Oxfam, Amnesty usw.) sind empört; sie vermissen Angebote zur solidarischen und nachhaltigen Entwicklungszusammenarbeit mit den afrikanischen lokalen und regionalen Verwaltungen und Unternehmen; Ziel sollte nicht die Sicherung von Märkten für internationale Konzerne sein, sondern der Abbau der krassen Einkommensungleichheiten und mehr innerafrikanische Zusammenarbeit sowie ein Abbau unfairer Handelspraktiken z.B. zwischen Europa und Afrika.

Dieses Thema wird sachkundig und lebendig vorgestellt und beim Abendgespräch zur Sache diskutiert am  mit Dr. Boniface Mabanza (Kongo/Heidelberg, Koordinator bei der Kirchlichen Stelle für das Südliche Afrika).


Sonntag, 19. März 2017, 19:30 Uhr im Tersteegenhaus
Flüchtlingspolitik zwischen Willkommenskultur und Abschottung 
In Zusammenarbeit mit der Willkommensinitiative "Hallo in Sülz". wollen wir mit Claus-Ulrich Prölß vom Kölner Flüchtlingsrat über die Flüchtlingspolitik in Deutschland und in Köln diskutieren Welchen Stellenwert haben Menschenrechte und das Grundgesetz, wie sieht die Praxis aus?


Flüchtlingspolitik
zwischen Willkommenskultur und Abschottung

Welchen Stellenwert haben Menschenrechte und Grundgesetz?
Wie sollen wir damit umgehen? Auf der einen Seite sind wir stolz darauf, dass sich in unserem Land als spontane Reaktion auf das Elend der Flüchtlingssituation eine beeindruckende Willkommenskultur entwickelt hat, für die wir weltweit geachtet werden. Auf der anderen Seite gibt es einen kleinen Teil von Bürgern, die nach Abschottung und Abschiebung schreien. Sie wollen keine Flüchtlinge hier haben. Diese ablehnende Haltung nimmt über die Medien inzwischen einen so unangemessenen Raum ein, dass der Eindruck entsteht, als sei die Willkommenskultur in der Versenkung verschwunden. Auf erschreckende Weise befördert die Politik diesen Eindruck, indem sie schrittweise und gegen den Anspruch des Grundgesetzes, das Asylrecht in einer Weise beschneidet, dass es dem Geschrei nach Rauswerfen und Abschotten in bedenklichem Masse entgegenkommt. Was ist aus dem Anspruch unseres Grundgesetzes geworden? Wie gehen wir mit dem Anspruch auf menschenwürdige Behandlung aller geflüchteten Menschen um? Das ist die eine Seite und auf der anderen stehen ernst zu nehmende Einwände.

Deutschland kann die Welt nicht im Alleingang retten. Wir können nicht alle Armen aufnehmen, die zu Hause ohne Hoffnung auf Zukunft sind und die zu uns wollen. Wie sollen wir diese vielen Einwanderer gut integrieren? Wie verhindern wir, dass hier ein Bodensatz aus unangepassten, sozial abhängigen Menschen entsteht? Und was ist mit denen, die mit kriminellen Neigungen die unübersichtliche Situation ausnutzen?
Wir wollen an diesem Abend beide Seiten genau ansehen und bedenken. In einer offenen Diskussion sollen alle Frage ernst genommen und an unseren ethischen Maßstäben gemessen werden. Wenn wir ruhig und sachorientiert nachdenken, welche Lösungen finden wir dann für die Probleme, die mit Sicherheit auf uns zukommen?



Abendgespräche 2016

Sonntag, 13. März 2016, 19:30 Uhr im Tersteegenhaus
Palästina: Begegnungen im (Un)Heiligen Land
Als Abendgespräch zur Sache berichten Dr. Utz und Thirza Küpper von ihrer Reise nach Beit Jala / Bethlehem im Herbst 2015: von Menschen, die am liebsten einfach friedlich dort leben, arbeiten und ihre Kinder aufziehen wollen, denen aber das Militärregime immer wieder wegnimmt, was sie zum Leben brauchen: ihr Land, ihr Haus, ihre Kinder, ihre Hoffnung... Siehe unten: Artikel aus dem Wegweiser 02/2016, S. 12

Sonntag, 10. April 2016, 19:30 Uhr im Tersteegenhaus
Perspektiven für Palästina
Nach dem Bericht von Dr. Utz und Thirza Küpper von ihrer Reise nach Beit Jala / Bethlehem im Herbst 2015 wollen sie nun mit Manfred Kock über „Perspektiven für Palästina“ sprechen. Der Referent war langjährig Pfarrer in Köln, später auch Vorsitzender der EKD; jetzt im Ruhestand ist er u.a. Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Köln-Bethlehem.


Thirza und Utz Küpper

Begegnungen im (Un-)Heiligen Land – Perspektiven für Palästina

Köln hat Städtepartnerschaften mit Tel Aviv und Bethlehem, Bergisch-Gladbach ist mit Beit Jaha (bei Bethlehem) verbunden. Zu Reisen nach Beit Jala sowie nach Bethlehem brachen im Herbst 2015 jeweils ca 20 Personen auf, und viele kamen sehr entmutigt und emotional erschöpft zurück.

Wir haben keine der üblichen Touristik-Reisen ins „Heilige Land“ zu seinen Pilgerorten gemacht, sondern vor allem im noch arabischen Teil Palästinas Bewohner und Projekte besucht, die sich für Frieden, Ausbildung und Stärkung der Menschen vor Ort in ihren sehr schwierigen Situationen engagieren. Viele der Aktiven drohen zu erschöpfen und zu verzweifeln, vor allem an der Perspektivlosigkeit für sie und die folgenden Generationen.

So besuchten wir in Hebron einen Stützpunkt der internationalen Friedensarbeiter und der arabischen Jugendorganisation, in dem jungen Menschen in unmittelbarer Nähe der in Hebrons Stadtmitte eingedrungenen jüdischen Siedler einen Treffpunkt und ein Freizeitangebot hatten. Inzwischen ist der Leiter mit unbekannter Adresse in israelischen Gefängnissen verschwunden, ein Mitarbeiter auf der Straße erschossen und das Haus von extremistischen Siedlern besetzt worden. Immer wieder fühlten wir Besucher intensiv die Ohnmacht und Erschöpfung der arabischen Bevölkerung, die unendlich unter dem Militärregime der Besatzung leidet.

Am Sonntag, dem 13.3.2016, geben wir einen Reisebericht über unsere Fahrt nach Beit Jala / Bethlehem. Wir wollen berichten über Menschen, die am liebsten einfach friedlich dort leben, arbeiten und ihre Kinder aufziehen wollen, denen aber das Militärregime immer wieder wegnimmt, was sie zum Leben brauchen: ihr Land, ihr Haus, ihre Kinder, ihre Hoffnung, ihre ins Ausland abgedrängten Nachbarn und Glaubensgeschwister (die Auswanderung der Christen aus Palästina ist sehr hoch und steigt).

Am Sonntag, dem 10.4.2016, wollen wir mit Manfred Kock über „Perspektiven für Palästina“ sprechen. Der Referent war langjährig Pfarrer in Köln, später auch Vorsitzender der EKD; jetzt im Ruhestand ist er u.a. Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Köln-Bethlehem.



Abendgespräche 2015

Sonntag, 25.10.15, 19:30 Uhr im Tersteegenhaus:
Aktionsplan "Zivile Krisenprävention und Konfliktlösung"

30 Milliarden € gibt Deutschland jährlich für militärische Friedenssicherung aus, aber nur 0,6 Milliarden Euro für gewaltfreie Konfliktbearbeitung. Aber es gibt einen neuen Aktionsplan der Bundesregierung, der dieses Missverhältnis ändern will – ist das wirklich eine neue Orientierung oder nur Feigenblatt? Der Kölner Bundestagsabgeordnete Dr. Rolf Mützenich, Sprecher der SPD für Außen- und Verteidigungspolitik sowie Menschenrechtsfragen, berichtet und wird sich der Diskussion stellen.

Umsetzungsbericht des Auswärtigen Amtes, Berlin
Referent: Dr. Rolf Mützenich,

Mitglied des Deutschen Bundestages, Stellv. Vorsitzender der
SPD-Fraktion, Sprecher für Außen- und Verteidigungspolitik sowie Menschenrechtsfragen.

Zivile Krisenvorbeugung und gewaltfreie Konfliktlösungen sind das Ziel eines neuen „Aktionsplans“ im Außenministerium, das große „Ausbaupotentiale“ einer gewaltfreieren Außen- und Sicherheitspolitik sieht. Angesichts des Missverhältnisses des Mitteleinsatzes (30 Mrd.€ gibt Deutschland jährlich für militärische Friedenssicherung aus, aber nur 0,6 Mrd.€ für zivile Konfliktbearbeitung) fragen sich manche, ob es sich wirklich um eine neue Orientierung deutscher Außenpolitik handelt  oder um ein Feigenblatt der deutschen Außenpolitik angesichts der Zuspitzung der Krisen in und um Europa und auch weltweit.

Der Kölner Bundestagsabgeordnete Dr. Mützenich wird aus erster Hand über den „Aktionsplan“ und den Stand seiner Umsetzung berichten und sich einer Diskussion der aktuellen Ziele und Maßnahmen der deutschen Außen-, Verteidigungs- und Menschenrechtspolitik stellen.



Sonntag, 23.8.15, 19:30 Uhr im Tersteegenhaus:
Warum Afrikaner aus Afrika weg wollen...

Tausende von Menschen aus Nordafrika, vor allem aber aus dem Afrika südlich der Sahara flüchten jeden Monat aus ihrer Heimat. Sie wollen in die Nachbarländer, nach Europa, in die USA und zunehmend auch nach China und in die VAE (Vereinigte Arabische Emirate). Auf abenteuerlichen Wegen riskieren sie oft ihr Leben in der Hoffnung, nach Europa zu gelangen, um dort ein menschenwürdiges Leben leben zu dürfen.

Welche Gründe bewegen diese Menschen, ihre Familie, ihr gewohntes Leben zu verlassen? Es müssen starke Gründe sein, stärker als die Angst, stärker als die familiären Bindungen. Und solche Gründe gibt es viele. Um die Frage nach dem Warum erschöpfend zu beantworten, bedarf es sicherlich viel mehr als eines Abends; aber auch ein erster Blick bringt schon Einsichten.

Sabine Kolping wird am Beispiel von Sierra Leone (Westafrika), wo sie drei Jahre gelebt hat, Informationen und Anregungen zum Nachdenken und Diskutieren mitbringen.



Sonntag, 31.5.15, 19:30 Uhr im Tersteegenhaus:
Repair Cafés - die Kultur der Reparatur
Das Reparieren von Dingen wendet sich gegen die zunehmende Entmündigung von Verbrauchern in der Wegwerfgesellschaft. Berührt werden Fragen einer nachhaltigen Produktion, der Wiederverwertung z.B. von Geräten und des Miteinanders in gegenseitiger Unterstützung.
Repair Cafés tragen zum Verständnis für die von uns täglich benutzten Dinge bei, fördern Kreativität, helfen Ressourcen zu schonen und verleihen den Dingen eine besondere Wertschätzung.

Das Repair Café der "Dingfabrik" in Nippes stellt sich vor.



Sonntag, 8.3.15, um 19:30 Uhr im Tersteegenhaus
"Nie wieder Krieg!"
Lesung aus den Lebenszeugnissen von Pazifistinnen des 20. Jahrhunderts am Weltfrauentag (8. März): Frauen der jüdisch, christlich, muslimischen Erzählwerkstatt lesen Texte dieser couragierten Frauen und laden zum Gespräch ein.




Sonntag, 25.1.15, um 19:30 Uhr im Tersteegenhaus
"Flüchtlinge willkommen heißen"
 Informationen und offenes Gespräch über die Flüchtlingsunterstützung in Köln
Frau Feils berichtet über die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes (DRK)
Pfarrer Mörtter erzählt von Erfahrungen in seiner Kirchengemeinde in der Südstadt.

So können unterschiedliche praktische Möglichkeiten von Flüchtlingsbegleitung und Willkommenskultur kennengelernt werden. Von diesen Erfahrungen können wir Impulse und Motivation für das eigene Weiterdenken und konkrete Handeln erhalten.

"Flüchtlinge willkommen heißen": PDF mit Informationen und Anregungen (25.1.15). Weitere Informationen und Nachtreffen -> "Flüchtlinge bei uns"