„Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms, So, 15.11., 17 Uhr, Johanneskirche

Das größte und wichtigste Chorwerk von Johannes Brahms ist kein „nationalistisches“ Werk. Heutzutage ist der Titel evtl. etwas befremdlich. Dabei sagt er lediglich aus, dass es sich nicht um ein Requiem mit lateinischem Messtext handelt, sondern um ein Requiem, dem von Johannes Brahms selbst gewählte Texte aus dem Alten und Neuen Testament in der Fassung der Lutherbibel zugrunde liegen. Viele der Bibelzitate sind für uns vertraute Texte. Johannes Brahms, selbst ein erfahrener Chorleiter, komponierte dieses Stück in der Mitte seines Lebens (von 1861 bis 1868). Der frühe Tod seines Freundes und Förderers Robert Schumann hat sicher dazu beigetragen, dass er eine so große und innige Trauermusik geschrieben hat. Auch der Tod seiner Mutter fiel in die Entstehungszeit des Requiems. So hat seine eigene Auseinandersetzung mit dem Tod wohl eine große Rolle in der Entstehungsgeschichte dieser Komposition gespielt. Das Stück besteht aus 7 Sätzen. Diese beklagen einerseits den Tod und sollen andererseits den Lebenden Trost spenden. Der Chor wird von einem großen Orchester begleitet. Die Musik ist abwechslungsreich. Sie beginnt sehr tröstlich, klagt und wechselt dann in zu sehr kraftvollen, freudigen Passagen. Sätze, die lyrisch beginnen, gehen in große gewaltige Chorfugen über. An vielen Stellen ist die Musik stark klangmalerisch. Ein Werk voller inniger, aber auch klanggewaltiger Momente.