Mehrmals in der Woche wird es ab jetzt Grüße aus unseren beiden Kirchen geben: Andachten, Geschichten und Basteleien aus dem Kindergottesdienst, Infos für Jugendliche. Bitte klicken Sie zur Übersicht aller Videos hier.

Liebe Gemeinde rund um das Tersteegenhaus und rund um die Johanneskirche!

Corona bestimmt unser Leben.
Vor genau einer Woche wurden bei uns in Nordrhein-Westfalen die Schulen und die Kitas geschlossen. Seitdem hat sich unser Leben grundlegend verändert. Hätten Sie es für möglich gehalten, dass wir uns wochenlang nicht zu Gottesdiensten treffen dürfen? Hätten Sie es für möglich gehalten, dass Spielplätze geschlossen werden und und und …

Den „Satz der Woche“ sprach für mich unsere Bundkanzlerin in ihrer Fernsehansprache. Sie hat gesagt: „Im Moment ist nur Abstand Ausdruck von Fürsorge!“ Diese Aufforderung ist das Gebot der Stunde. „Im Moment ist nur Abstand Ausdruck von Fürsorge!“

Auch für uns als evangelische Christinnen und Christen ist das eine echte Herausforderung. Denn zwei unserer wichtigsten Werte, die Jesus uns beigebracht hat, sind im Moment schwer zu vereinbaren: Die Nächstenliebe und die Freiheit! Gerade jetzt ist doch unsere christliche Nächstenliebe gefragt: Füreinander da sein! Die Alten und Vorerkrankten schützen vor dem Virus! Sich ganz praktisch gegenseitig helfen! Und bitte nur eine Packung Klopapier! – Auch das gehört zur Nächstenliebe!

Aber um diese Nächstenliebe leben zu können, müssen wir unsere Freiheit einschränken, unsere Bewegungsfreiheit, unsere Freiheit Gottesdienste zu feiern, unsere Freiheit uns jederzeit so zu begegnen, wie es uns gut tut. Was für eine Herausforderung für jede und jeden einzelnen von uns!

Auch unsere Gemeinde versucht sich in diesem Spagat. Auf der einen Seiten bleiben unsere Häuser geschlossen. Tersteegenhaus, Johanneskirche, Friedrich-Lamerderin-Haus mit dem
Seniorennetzwerk. Die sind jetzt zu -und das schmerzt. Gerade jetzt fehlt uns diese Möglichkeit der direkten Begegnung, um uns gegenseitig zu stärken.

Allein in dieser Woche konnten sich so viele Gruppen nicht begegnen. Die Konzerte mit dem Chor des Schillergymnasiums, mit Klangfang, auf Jokis Bühne, mussten ausfallen. Menschen durften Beerdigungen nicht besuchen, weil nur noch Angehörige ersten Grades zugelassen werden. Die Einführung unserer neuen Pfarrerin Mareike Maeggi musste verschoben werden. Das gemeinsame Feiern, Singen und Beten … All das fehlt uns als Gemeinde!

Aber! Aber auf der anderen Seite hat diese Woche neue Kräfte freigesetzt: Gemeinsam mit dem katholischen Seelsorgebereich Sülz-Klettenberg haben wir die Corona-Nachbarschaftshilfe gegründet. Viele haben sich schon gemeldet, weil es wichtig ist, dass sie zum Einkaufen nicht mehr aus dem Haus gehen. Andere haben sich gemeldet, weil sie für die Betroffenen in Lebensmittelläden und Apotheken das zum Leben Nötige besorgen können. Wir bringen Sie zusammen! Bitte klicken Sie auf coronahilfe@kirche-sk.

Ein andere Initiative: Wenn Sie in diesen Tagen die Glocken im Veedel läuten hören, dann halten Sie bitte kurz inne. Denken Sie dann bitte beim Glockenläuten an die Menschen, die weltweit von der Corona-Pandemie besonders betroffen sind. Dadurch sind wir im Gebet vereint.

Außerdem bieten wir Ihnen ab sofort auf der Homepage unserer Gemeinde eine Andacht zum Wochenspruch. Wenn sie mögen, zünden sie eine Kerze an. Feiern sie diese Andacht in Ihren Wohnungen.

Schließlich haben wir erst vor kurzem unser Presbyterium gewählt, unser Leitungsgremium. Bis vor wenigen Tagen waren wir ratlos, wie wir den Übergang gestalten können, ohne uns zu treffen. Aber jetzt haben wir zeitgemäße Lösungen gefunden: Die neuen Presbyterinnen und Presbyter werden erstmals telefonisch und schriftlich Ihr Gelübde ablegen. Und die erste Presbyteriumssitzung werden wir als Telefon- und Videokonferenz durchführen – mit 22 Teilnehmenden.

Liebe Gemeinde rund um Tersteegenhaus und Johanneskirche,
diese Coronakrise ist eine Herausforderung für jede und jeden einzelnen von uns. Bleiben sie in Kontakt mit anderen Menschen! Lassen sie sich helfen oder helfen sie anderen, wo es möglich ist! Gemeinsam werden wir diese Herausforderung meistern. Denn wir haben ein Lebensmotto, das uns in diesen Wochen trägt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!

Das ist für mich das Gebot der Stunde, dass ich mit unseren Konfirmandinnen und Konfirmanden gerne als das elfte Gebot bezeichne. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! Unsere Bundeskanzlerin, die hat dieses 11. Gebot so treffend konkretisiert: „Im Moment ist nur Abstand Ausdruck von Fürsorge!“

Ich wünsche Ihnen und Euch allen in dieser besonderen Zeit das richtige Verhältnis zwischen Distanz und Nähe!

Und wenn Sie mögen, denn singen Sie jetzt laut mit. Denn auch Singen hält gesund J
Möge die Straße uns zusammenführen und der Wind in deinem Rücken sein, sanft falle Regen auf deine Felder und warm auf dein Gesicht der Sonnenschein. Und bis wir uns wiedersehen halte dich Gott dich fest in seiner Hand.

Gott segne dich und behüte dich. Gott lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir und der ganzen Welt seinen Frieden.
Seien Sie gut behütet!
Ihr Pfarrer Ivo Masanek